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Die großen Flüsse Norwegens

Kaum etwas ist in Norwegen komplizierter als das dichte System von Berg-, Gletscher- und Abflüssen ganz allgemein. Die Landschaft ist eine Mixtur aus Land und Wasser jeder erdenklichen Art. Es gibt seichte und wilde Meere, kalte und sehr kalte, es gibt Stauseen und Urseen, gemütliche, für Holzflöße schiffbare und reißende, sprudelnde Flüsse, Raftingspots, Kanuwanderstrecken, Wasserfälle und Wasserkraftwerke.

Ein Grund für die enorme Angeltradition, die Jahr für Jahr zahlreiche Touristen nach Norwegen führt, liegt in dem Reichtum an wandernden Fischarten. Durch mehr als 1.000 Gewässer ziehen diese „anadrom“ genannten Lachsartigen, in 600 gibt es echten Lachs. Berühmt für seinen phantastischen Lachsvorkommen ist die Tanaelva an der finnischen Grenze, ein wilder Fluss, der in das Eismeer mündet. Der größte und breiteste und mit knapp 600 Kilometern Länge längste Fluss Norwegens ist die Glomma, die (wenn es nicht gerade Überschwemmungen gibt) ein sehr beliebtes Ziel von Sportanglern ist.

Ihre Quelle liegt in den Bergen um Røros, einer sehenswerten alten Bergarbeiterstadt etwa 400 Kilometer nördlich von Oslo; die Glomma fließt in den Süden und mündet bei Fredrikstad in den Oslofjord.

Sehr beliebt bei Lachsfischern ist auch die kurze, vom Tyrifjord gespeiste Drammenselva, die, nicht weit vom Oslofjord entfernt bei Drammen in den Drammenfjord fließt.

Eine Besonderheit in Norwegen sind die beiden Kanalsysteme, die im 19. Jahrhundert entstanden sind. Der Telemarkkanal ist eigentlich eine Kombination aus verschiedenen Kanälen, Seen, Flüssen (zu denen auch die Skienselva gehört) im Südwesten Norwegens. Er war eine wichtige Transportader der norwegischen Holzgewinnung, eine der letzten Wasserstraßen, auf denen die Stämme zu großen Flößen zusammengebunden transportiert wurden, heute ist er Schönheit einer sehr schönen Urlaubslandschaft.

Fluß in Norwegen

Fluß in Norwegen @iStockphoto/Andrejs Pidjass

Noch etwas älter ist der Haldenkanal im Südosten an der schwedischen Grenze. Ebenfalls zunächst dem Holzverkehr dienend ist er heute urige Touristenattraktion. Auf dem Klarälven, einem inländischen Fluss, den sich Norwegen mit Schweden teilt, können im Andenken an die große Zeit des Holztransports über Flüsse Floßfahrten unternommen werden.