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Nordland

Wer an die Landschaft Norwegens denkt, denkt an Nordland. Zumindest mit ziemlicher Sicherheit. Im langgezogenen Land ist dieses der schmale Teil im Norden, bevor Norwegen zum Eismeer Richtung Russland abklappt.

Durch das Nordland geht der Polarkreis, es hat diese typisch zerklüftete Küstenlinie, schroffe Berge, überall Wasser und im Meer liegen die weltberühmten Lofoten und die Inselgruppe Vesterålen.

Politisches Zentrum vom Nordland ist Bodø, eine Hafenstadt, die im 19. Jahrhundert einen enormen Boom als Handelsplatz erlebte. Auch weil das deutsche Dritte Reich bei seinen Eroberungsversuchen im Norden Norwegens große Schäden verursachte und Verbrechen beging, ist die Stadt selbst keine besondere Schönheit, es gibt einen Dom aus dem 20. Jahrhundert, ein Museum der Luftfahrt – und das ist vorsichtiger Hinweis auf Bodøs eigentliche Bedeutung: als Verkehrsknoten.

Die Hurtigruten landen hier an, es gibt von Bodø aus einen regelmäßigen Fährverkehr zu zahlreichen Zielen, einen Flughafen und die Nordlandsbanen aus Trondheim endet in Bodø. Außerdem gibt es nur an wenigen Orten vergleichweise viele Seeadler und die Meerenge Saltstraumen zwischen den zwei Eilanden Straumøy und Straumen, durch die das Wasser von Flut zu Ebbe und umgekehrt mit einer Geschwindigkeit gepresst wird wie an keinem anderen Ort der Erde.

Der beeindruckende Gletscher Svartisen liegt auf Nordland-Gebiet. Man erreicht ihn über Mo i Rana, einen Ort am nördlichen Polarkreis. Narvik hat ebenfalls eine grausame deutsche Zeit hinter sich, die Stadt war von strategisch großer Bedeutung, war in der Schlacht um Narvik hart umkämpft und wurde in Trümmern hinterlassen.

Nordland

Nordland @iStockphoto/Tomas Griger

Wer Nordland erleben möchte, wie Nordland einmal war (wobei sicherlich nicht so schön), sollte es mal mit Nyksund auf der Vesterålen-Insel Langøya versuchen. Das Fischerdorf war verlassen, als es in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts von Wissenschaftlern der TU Berlin entdeckt wurde und wieder instandgesetzt. Inzwischen werden die Fischer- und Lagerhäuser professionell touristisch bewirtschaftet, der Zugang der Touristen ist begrenzt, sodass Ruhe und Entspannung an einem einmaligen Naturhafen gewährleistet bleiben.

Von den Vesterålen, die bereits vor Jahrtausenden von Fischern und Jägern besiedelt waren, kann man großartige Walsafaris unternehmen und der Stein der Insel, feucht und kalt und felsig, ist genau so urzeitlich alt wie er aussieht. Im zauberhaften Örtchen Bø ist das bisher älteste Gestein der Erde gefunden worden.

Oder man probiert es halt mit den wesentlich bekannteren Lofoten, einer windumtosten und sagengetränkten Inselgruppe der Fischer und Wikinger, der Outdoorbegeisterung und gemütlichen Einkehr.

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