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Oslo

Besser kann eine Hauptstadt kaum liegen: wenn man Norwegen über den Skagerrak anfährt, an Schären und Inseln vorbei in den Oslofjord hindurch, gelangt man in ein Gebiet, in dem gut 40 Prozent aller Norweger leben, ein Zentrum in jeder Hinsicht.

Oslo liegt ganz am Ende, nach gut 100 Kilometern und einigen sehr engen Fjordteilen an der nördlichen Spitze, hat gleichzeitig Zugang zum Herz des Landes und ist ein Tor des Landes, hat um sich herum eine Vielzahl der Kennzeichen, die für Norwegen so typisch sind, eine lange Geschichte, hat diesen typisch skandinavischen, seriösen, protestantischen Charme, gleichzeitig den Stil einer Weltstadt.

Man weiß nicht ganz genau, wann Oslo gegründet worden ist. Obwohl sicher ist, dass weite Teile des Landes schon in den Steinzeiten besiedelt waren und lange Zeit die Wikinger von hier aus ihre kleinen Shoppingtouren unternahmen, begann ziemlich viel, was heute noch von Relevanz ist, mit der Christianisierung vor etwas mehr als einem Jahrtausend.

Damals gab es die ersten Könige, deren Herrschaftsgebiet als so etwas wie Urnorwegen bezeichnet werden kann, und in diese Zeit fällt auch die Gründung Oslos. Lange glaubte man, dass das Gründungsjahr mit 1048 belegt sei, inzwischen weiß man, dass die Stadt älter ist.

Ende des 13. Jahrhunderts wurde Oslo erstmals Hauptstadt, Håkon V von Norwegen hatte die Krone von seinem Bruder geerbt und begann, zahlreiche Reformen nach südeuropäischem Vorbild umzusetzen. Er baute seine neue Hauptstadt aus, reformierte die Verwaltung, unterstützte die christliche Kirche, den Pilgerweg nach Trondheim und schuf damit eine Art norwegisches Bewusstsein.

Oslo

Oslo @iStockphoto/Dougall Photography

Er war ein Intellektueller, heißt es, und wurde nach seinem Tod viele Jahrzehnte wie ein Heiliger verehrt. Immer wieder wurde Oslo überfallen, brannte aus, musste wieder aufgebaut werden und wurde im 17. Jahrhundert verlegt.

Die Dänen hielten das Regiment, zeitweise auch die Schweden, Oslo wurde in Christiania umbenannt und behielt diesen Namen bis ins 20. Jahrhundert. Mit den wechselnden Herrschern änderte sich natürlich auch die Bedeutung Oslos. Eine erste verfassungsgebende Versammlung wurde noch unter Fremdherrschaft außerhalb der Stadtmauern verabschiedet, es dauerte noch einige Jahrzehnte bis zur Auflösung der Union mit Schweden, bis Oslo allmählich wieder Oslo sein durfte.

Heute ist Oslo eine unverhältnismäßig teure, aber sehenswerte Hauptstadt. Die alte Festung Akershus im Fjord beispielsweise ist etwas Besonderes. Die Deutschen hielten hier im Zweiten Weltkrieg politische Gegner gefangen und richteten sie hin, die norwegische Regierung gedenkt ihrer, indem sie an diesem Ort, große Staatsakte stattfinden lässt.

Das königliche Schloss ist natürlich ein gutes Fotomotiv, das Theater, der Dom, das brockenhafte Rathaus, der Opernkubus – und es gibt hervorragende Museen, besonders auf der Halbinsel Bygdøy.

Wann immer besonders interessante Wikingerfunde gemacht wurden, wanderten sie in eines der spitzenmäßig gewarteten Osloer Museen. Die Geschichte der norwegischen Polarforschung ist phantastisch dokumentiert, es gibt private Museen, Edvard Munchs Nachlass hat ein Museum, im öffentlichen Frognerpark liegt das das gleichnamige, beeindruckende Gut und Stadtmuseum – und es gibt ein Holocaustmuseum.

Oslo ist schön und gewinnt seine Schönheit auch dabei, seine Geschichte weiterzutragen. Oslo ist gut vernetzt und schnell erreicht, und zum Skifahren geht es zum Holmenkollbakken, dem Hausberg mit einer der legendären Sprungschanzen der Erde, einem Skimuseum und Anlagen für Nordische Kombination, Biathlon und natürlich Langlauf.

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