Skip to main content

Rundreise durch Norwegen

Meine Rundreise durch Norwegen begann in einem Juni in Oslo. Nach Oslo fuhren wir mit dem Berlinlinienbus. Die Reise ging von Berlin aus, über Schweden, wo wir die Orte Malmö, Halmstad und Göteborg durchquerten. Immer entlang der Küste überquerten wir schließlich auch die norwegische Grenze und kamen nach etwas mehr als 15 Stunden in Oslo an. Natürlich waren wir viel zu müde um mitten in der Nacht noch viel von der wunderschönen Stadt und dem beleuchteten Hafen wahrzunehmen. Wir übernachteten in einer kleinen Ferienhütte, ganz nah am Hafen und konnten gerade noch die Zähne putzen, bevor wir auch schon einschliefen.

Am nächsten Tag erwachten wir mit der strahlenden Sonne im Gesicht, welche durch unser Fenster schien. Wir machten zunächst einen Spaziergang am Hafen, bis wir uns eines der vielen Cafés ausgesucht hatten, um endlich ein reichhaltiges Frühstück zu uns zu nehmen. Natürlich gab es eine Menge Fisch im Angebot, aber wir beschränkten uns auf Knäckebrot mit einem Angebot von verschiedenen Belegen und einer heißen Tasse Kaffee. Dieser Morgen blieb uns unvergesslich, denn ein solches tolles Wetter konnten wir in diesem Urlaub kein zweites Mal erleben. Bei 32° in der Sonne genossen wir die Meerluft und ließen uns den Wind um die Nase pusten. Natürlich besprachen wir auch unsere Route, die wir in den folgenden Tagen antreten wollten. Wir planten zunächst mit dem Zug in Richtung Norden zu fahren und uns somit ein wenig von der Küste zu entfernen. Eigentlich wollten wir in den kleineren Orten im Land noch ein paar Zwischenstops machen, aber aus zeitlichen Gründen, sind wir dann doch gleich bis Stavanger durchgereist.

Die Zugfahrt war zwar lang und ruckelig, aber dafür kann man in Norwegen ziemlich kostengünstig mit dem Zug reisen und noch dazu, kann man natürlich völlig sorgenfrei die Natur und die unendlichweite Landschaft vom Norden Europas bestaunen und genießen. Auf dem Weg nach Stavanger haben wir insgesamt drei Mal Elche gesehen! Einer stand sogar so nah, dass wir ein gutes Foto von ihm bekamen. Später ließen wir uns erzählen, dass es gar nicht so oft vorkommt, dass man in den Genuss kommt, einen Elch zu sehen, da sie sehr selten nur in Gegenden auftauchen, wo es auch Menschen in ferner Nähe gibt. Angekommen in Stavanger fühlten wir uns schon fast wie in Pippi Langstrumpf Welt. Natürlich liegt zwischen der Landeshauptstadt Oslo und dem kleinen Stavanger eine himmelweiter Unterschied. Nicht nur die Klimaveränderung sondern auch das Aussehen der Städte differenziert sich sehr stark. Am Niedlichsten fanden wir die kleinen Gassen, die uns Stavanger vor Augen brachte. Wir konnten alles besorgen, was wir für die nächsten Tage zu Essen und Trinken brauchten und genossen noch dazu das Kleinstadtflair.

Naeroyfjord

Naeroyfjord @iStockphoto/Sjoerd van der Wal

Und obwohl wir uns wieder in einer Küstenregion befanden, war es ganz und gar nicht zu vergleichen mit der Hafenregion von Oslo. Hingegen fanden wir in Stavanger anstatt von großen Häfen eher verlassene Fjorde vor, auf welche wir uns von Anfang an unserer Reise schon besonders freuten. Mit unseren Zelten und Schlafsäcken auf dem Rücken wanderten wir durch die verlassenen Landschaften. Es kam uns vor, als hätte nie ein Mensch zuvor diesen Grund betreten, auf welchem wir unser Nachtlager schließlich auch aufbauten. Idyllisch auf einem Felsen in einer kleinen Höhle mit Blick in eine Schlucht, einen wunderschönen Fjord, schlugen wir unser Zeltlager auf. Windgeschützt und dick eingehüllt in unseren Schlafsack (dieser war auch für Minusgrade zugelassen), verbrachten wir eine gemütliche Nacht im Märchenland. Am nächsten Tag kehrten wir in die Stadt zurück um vom Bahnhof aus unser nächstes Ziel anzusteuern. Wir hatten uns auf unserer Karte ein Städtchen ausgeschaut, welches wir unbedingt bereisen wollten, da man von ihm sagt, es sei eine kleine Ortschaft, gelegen, wie in einem Bilderbuch in den Tälern der unendlichen Weite Norwegens.

Es handelt sich um die kleine Gemeinde namens Vindafjord. Der zentrale Ort dieser Gemeinde nennt sich Olen und ist mit seinen 1450 Einwohner einer der Orte, in denen der Großteil des Berufslebens statt findet. Die prächtige Kirche dieses Ortes war uns ein einmaliges Erlebnis und ist seither ein Hingucker in unserem Fotoalbum. Da unser Zug nicht bis in die Gemeinde fuhr, trampten wir den Rest der Strecke. Diese Idee war jedoch nicht gerade unsere Beste, da wir nicht damit rechneten einen halben Tag auf ein einziges Auto zu warten. Jedoch waren die Norweger alle sehr freundlich, denen wir begegneten und so kam es kaum vor, dass ein Auto uns am Wegrand stehen ließ, insofern noch freie Plätze im Auto vorhanden waren. Nachdem wir uns die Gemeinde angeschaut hatten und eine weitere idyllische Campingnacht erlebt hatten, zog es uns nun mehr in den Norden.

Von dem nächstgrößeren Ort aus, fuhren wir mit dem Zug in Richtung Bergen, wo wir unseren nächsten Einkauf erledigen wollten sowie eine Stadtbesichtigung der bekannten norwegischen Stadt. Unserer Erfahrung nach, gab es auch in Bergen viele noch gepflasterte Straßen und Gassen, die zum gemütlichen Bummeln einluden. Bei unserer Ankunft wurden wir nicht enttäuscht. Eine bergige Landschaft, in welcher ein nicht allzu kleines Städtchen eingebettet lag, hieß uns willkommen und ließ uns das Ende unserer Reise in vollen Zügen zu genießen. Leider hatten wir uns nur eine Woche für unsere Reise eingeplant, denn zu all den gewonnenen Eindrücken hätten wir gern noch Nördlichere hinzugefügt, auch wenn wir uns dann vielleicht lieber eine Unterkunft hätten suchen sollen, da es in unseren Schlafsäcken allmählich doch etwas frisch wurde. Aber das holen wir in einem anderen Urlaub nach. Vorerst mussten wir zurück in den Süden nach Deutschland, wo eine ebene mit Plattenbauten zugebaute Stadt auf uns wartete, in der wir unserer Arbeit nachgehen müssen um bald in der Lage zu sein einen weiteren traumhaften Urlaub dieser Art zu planen.

Top Artikel in Norwegen Reiseberichte