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Horten in Vestfold

Im Süden Oslos, am großen Fjord, liegt das kleine Städtchen Horten. Die heutige Siedlung ist im frühen 19. Jahrhundert gegründet worden, die strategisch günstige Lage an der wichtigen Wasserstraße, die Nähe zu Schweden und Dänemark veranlasste die norwegischen Herrscher, hier einige relevante sicherheitsarchitektonische Institutionen anzusiedeln.

Die norwegische Marine unterhielt in Horten viele Jahrzehnte ihre Stützpunkte, auch wenn die Hauptzentrale längst nach Bergen übergesiedelt ist, gibt es in dem Örtchen mit seinen knapp 25.000 Einwohnern maritimes Leben zu bewundern.

Zahlreiche Kadetten der Marineschule leben hier und geben der Stadt ein junges, skandinavisches Antlitz, es gibt schöne vorgelagerte Inseln, mehrere sehenswerte Museen, einen Yachthafen und natürlich Strand, Meer, mehr Meer und Raum für endlose Spaziergänge.

Borre, ein kleiner Teil Hortens, verfügt über Zeugnisse darüber, dass die Gegend sehr viel wichtiger und älter ist, als das eine Stadtgründung des 19. Jahrhunderts vermuten mag. Schon zur Steinzeit siedelten hier Menschen, die Wikinger lebten und herrschten an diesem Ort und seit dem 16. Jahrhundert gibt es regelmäßigen Fährverkehr von Horten auf die Ostseite des Oslofjords – nach Moss.

Im Nationalpark Borre (Borrehaugenet genannt) gibt es uralte Königsgräber, hier treffen sich Naturliebhaber und Fährtenleser auf der Spur der Nordmänner aus vorchristlicher Zeit, die an dieser Stelle lange Zeit ihre Kultur pflegten.

Horten

Horten @iStockphoto/Einar Bog

Dass Horten im 19. Jahrhundert noch einmal in innenpolitischen Fokus rückte, lag an einem royalen Entschluss, der der gerade erst gegründeten Großversammlung Norwegens, Stortinget genannt, vorgelegt wurde. Horten bekam eine eigene Werft, und auch wenn die Zeit ihren Gang ging und viele Veränderungen mit sich brachte, diese Episode der Stadt kann man bis heute auf der Halbinsel Karljohansvern, wo mehr als 70 militärische Gebäude als historisch relevantes Ensemble erhalten werden.

Wo früher Werft war, sind heute Dienstleistungs- und Elektroindustrie. Ein Teil der alten Künstlerkolonie Åsgårdstrand, in der der schwedische Maler Hans Heyerdahl lebte und auch Edvard Munch ein bis heute zugängliches Sommerhaus unterhielt, gehört zu Horten. Das älteste Marinemuseum der Welt, das Marinemuseet, liegt auf Karljohansvern – und dann gibt es noch das nationale Fotografiemuseum, einen Ort zahlreicher technischer Kuriositäten.